Völlige Fusion im Nothaft und Seidel

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Als ich letzte Woche nach der Arbeit die Schönhauser Allee hinauf lief, gerade am Café Nothaft und Seidel vorbei, erlebte ich eine fantastische Überraschung. Das Café hatte nicht wie sonst um diese Uhrzeit geschlossen, sondern quoll förmlich über vor Leuten. Was ich glücklicherweise mitbekam, war die Eröffnung einer Veranstaltungsreihe, die ab jetzt monatlich stattfinden wird.

Der Abend stand völlig im Zeichen der Fusion. Kunst traf auf Musik traf auf Essen, Vernissage auf Tasting auf Book Release auf Party.

Die junge Plattform Fabrik der Kulturen hat sich zum erklärten Ziel gemacht, Kunst, Musik und Essen zu verbinden und hat damit die offenen Türen vom Café Nothaft und Seidel eingerannt. Ein Dreamteam.

1157390_438656262934087_1989079067_nCornelia Kunze

Das Café hat ausgezeichneten Kaffee und selbstgemachten Kuchen und ist viel mehr als ein Café. Wechselnde Ausstellungen schmücken die Wände, im hinteren Raum wachsen die eigenen Tomaten unter einer LED-Lampe von Bulbo, Bands und DJ’s spielen ihre Sounds bei Veranstaltungen bis auf die Straße hinaus. Nothaft und Seidel ist Magnet für Touripster und vor allem Treffpunkt im Kiez. Niemand geht nur einmal ins Nothaft.

Maybe you should go fuck yourself, heißt das Buch, das vorgestellt wurde und über den heutigen Zeitgeist spricht. An den Wänden hingen Cornelia Kunze, Johanna Tagada und Ryoko Uchida, DJ Gahshi legte auf. Das Essen, eine Kunst für sich mit höchster Konzentration an Fusion in jedem Bissen. Japan trifft auf Europa im Gaumen.

Sushi + Kresse

Chef Yuta Mizutani kommt aus Japan und hat schon überall gelernt. Deswegen hat er auch einen Faible für Fusion Food. Im Nothaft und Seidel rollt er die Sushis auf der Arbeitsfläche, auf der normalerweise Banana Bread gebacken wird. Das Ergebnis ist so schön, dass man es kaum essen will, aber man wird belohnt, wenn man sich doch traut. Interessant ist vor allem der Mix: Die Sushis sind angerichtet mit verschiedenen Sorten von Kresse – hier der europäische Einfluss. Subtile Schärfe durch Kresse anstatt Ingwer. Extrem gelungen.

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Windbeutel + Matcha-Schokoladen-Glasur

Der sahnige Windbeutel, ein (Alb-)Traum für alle schweizer und deutschen Kinder, tritt an dem Abend in einer exotischen Kombination auf. Er kriegt eine grüne Glasur aus weißer Schokolade, die mit dem Pulver vom japanischen Matcha-Tee angereichert wurde. Matcha-Tee schmeckt umami, was in Japan so viel wie vollmundig, wohlschmeckend, fleischig bedeutet. Japaner nämlich, haben fünf Geschmackssinne, sie können süß, sauer, salzig, bitter und umami schmecken. Schön, dass wir das jetzt auch können!

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Matcha Latte

Latte Macchiato, der berühmte Vertreter des Berlin Prenzlauerberger Lifestyles, goes wild. Tom Seidel, einer der Inhaber des Cafés, ersetzte den Kaffee einfach durch Matcha-Tee. Er musste den ganzen Tag üben, den Tee mit dem dafür vorgesehenen Bambusbesen, Cha-Sen aufzuschlagen. Ein schaumiges Vergnügen, sehr lecker, umami wahrscheinlich.

Das nächste Nothaft, Seidel und Fabrik der Kulturen Event ist am 4. Mai.

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Text: Theresa Patzschke
Bilder: Cornelia Kunze, FdK
 

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