Von Keksen, Cookies und Crackers

Eine Neueröffnung

Alles fing an, als Cookie 1992 nach Berlin kam. Nach kurzer Zeit machte der 20-jährige seine erste Bar auf: Biskuits. Weil er an den anderen Tagen noch Teller im Oren waschen musste, hatte die Bar nur Dienstags auf. Die Leute ignorierten Cookies Namensgebung – das Biskuits wurde Dienstagsbar oder einfach Cookies genannt. Cookie gab sich geschlagen und nannte seine nächste Bar Cookies Cocktailbar. Er blieb seiner Linie treu und machte irgendetwas richtig.

Portraits von Cookie (Heinz Gindullis) über seinem heute eröffnenden Restaurant Crackers.© Daniel Reiter

20 Jahre, 7 Umzüge. Dienstags ging man zu Cookie ins Cookies. Man konnte ab einem gewissen Zeitpunkt auch Donnerstags hingehen und dann auch am Wochenende, aber Dienstags ging man auf jeden Fall. Bis zum 19. Juli diesen Jahres. Da schloss das Cookies seine Türen, um als Cracker’s wieder aufzumachen. Heute Abend. Am Dienstag. Natürlich.

Wir durften letzte Woche schon einmal hineinschauen. Die Türen waren tatsächlich die gleichen, die Türen, vor denen man schon so viele Dienstage Schlange gestanden hat. Aber statt Beats gab’s Gebrutzel. Das Crackers ist ein Restaurant.

Crackers Detailshots©Daniel Reiter

Man wird empfangen von den türkiesen Küchenfliesen, das Crackers wird durch die Küche betreten. Dann steht man auf der Tanzfläche, die jetzt keine Tanzfläche mehr ist. Bevor man schade denken kann, denkt man schön und geht an die Bar, wo man den Abend mit Cocktails vom Feinsten beginnen kann. Wir treffen Cookie.

Warum ein Restaurant, Cookie? „Weil’s nach 20 Jahren irgendwann auch mal reicht. Ganz einfach, früher gab’s Techno und heute gibt’s Essen, ist doch auch schön.“ Ja, aber warum noch ein Restaurant? Seid 2007 gibt es schließlich schon das Cookies Cream im gleichen Gebäude ein paar Stockwerke höher, das gerade erst mit 14 Punkten vom Gault Millau ausgezeichnet wurde. Vegetarische Haute Cuisine.

„Nein, das Crackers wird etwas ganz anderes.“ Weniger als um die molekulare Küche geht es hier um den Abend selbst, den man an der Bar beginnen und dort auch beenden kann. Es geht darum, sich mit Freunden zu treffen und die Zeit zu genießen. Das heißt jedoch nicht, dass das Essen in den Hintergrund rücken würde. Wir ziehen um an einen der Tische und werden kulinarisch gleichermaßen verwöhnt und überrascht. Bei dem Starter „Eisberg am Spieß“ fallen wir aus allen Wolken. Eisbergsalat, angebraten mit Stilton und Limone. So etwas von gegen den Trend. Und so stilsicher. Küchenchef ist Stephan Hentschel. Er leitet jetzt beides, das Cookies Cream und das Crackers. Wir können viel erwarten.

Crackers Detailshots© Daniel Reiter

Das Design von Laura Rave und Jörg Schumann sorgt für absolutes Wohlbefinden. Die Beleuchtung der Teller, die Polsterung der Sitze, die Winkel der Sitzlehnen, die Länge der Tischbeine – alles ist sorgfältig von Cookie persönlich justiert. Die neongelben Tisch- und Stuhlbeine sind nur dann Gelb, wenn man es weiß, und das quietschende Türkies der Bänke sieht sanft aus in diesem Licht, es passt sich perfekt an die Fliesen in der Küche an.

Cookie macht nicht nur irgendetwas richtig, sondern alles.

Der Name Crackers, verrät er uns, passt perfekt zu seinem neuen Laden. Crackers sind salzige Kekse, kann aber auch „der Knaller“ heißen. Außerdem bedeutet es, dass alle ein bisschen „plemplemplem“ sind und das wird sich an diesem Ort trotz allem nicht verhindern lassen.

Wir sind gespannt, wie lange sich der Name diesmal hält, und wann der Volksmund das Crackers wieder in’s Cookies verwandeln wird.

NaneCookieJanetSW-1024x706Cookie im Biskuits 1994

Kommentare

Lass einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.