HUNGRY MIND:
Julian Lechner

macht Kaffeetassen aus Kaffeesatz

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Die Frage, was eigentlich mit dem ganzen Kaffeesatz passiert, fängt an, immer mehr Menschen zu beschäftigen. Wir fragen uns, warum eigentlich erst jetzt, angesichts der Massen an Kaffee, die wir allein in Deutschland trinken: 1 Mio Tonnen Kaffee Bohnen werden dafür pro Jahr zu Pulver zermahlen. Das entspricht einem Konsum von 148 Litern Kaffee pro Kopf.

In Italien nimmt das ganze natürlich noch einmal ganz andere Dimensionen an! Dort hat Julian Lechner Produktdesign studiert und sich Gedanken über Kaffeesatz gemacht.

Seine Idee, schlicht, gut und geschmackvoll. Kaffeetassen aus Kaffeesatz und Zucker. Julian trocknet den Kaffeesatz, kocht ihn anschließend zu einem Sirup auf und gießt ihn dann in Silikonformen. Heraus kommt eine klassisch schöne Espressotasse, kaffeefarben.

Es gibt die Tassen auch mit einer Art Bioplastik anstatt Zucker, das sie haltbar und sogar spühlmaschinenfest macht. Sehr stylisch. Noch charmanter ist jedoch die vergängliche Version: Man trinkt die Tasse mit. Die süße Kaffeetasse löst sich mit jedem Mal Trinken im heißen Kaffee auf und süßt ihn auf diese Weise. Irgendwann werden die Wände dünn und zerbrechen. Bis dahin kann man bedenkenlos genießen. 6 CFL-Fragen an Julian.

ExPresso

1. Wie kam es dazu, dass du deinen Beruf ausübst? Und wer hat Schuld daran?

Meine Eltern sind beide Gärtner und heute Landschaftsplaner.

Pflanzen, Bauen und Verändern spielte da immer eine Rolle.

Da konnte ich dann auch nicht widerstehen dem Alltag mit Veränderungen zu begegnen.

2. Mit wem würdest du gerne einmal zusammen mit einem Fernrohr ins Universum schauen? Warum?

Wenn man sich da für eine ganz illustre Runde entscheiden dürfte, wären Kepler, Darwin und Humboldt sicherlich die Traumkonstellation schlechthin. Kepler würde recht anschaulich den Einfluss der Sonne auf die Planeten beschreiben, während Darwin dem gelehrten Humboldt seine dynamische Auffassung der Natur näher bringt. Ich selbst täte der gelehrten Runden nur vornehm lauschen.

3. In welches Restaurant würdest du einen Menschen zum Essen ausführen, dem du deine Liebe zeigen möchtest?

Da würde ich zu Wein und guten Speisen einen ausgedehnten Abend im Da Baffi einleiten..

4. …und in welches, um jemanden zu beeindrucken?

Bei einem eingeschmuggelten Picknick ganz stolz Berlin vom Parkdeck des Klunkerkranichs präsentieren.

5. Sind wir Menschen Gärtner eines Garten Eden, Bakterien in einem Körper oder Parasiten auf einem sterbenden Wirt?

Unserem Wirt geht es nicht besonders gut. Der ist neben vielen Nutznießern auch noch von etlichen Schädlingen befallen. Die Zeit wird es aber sicherlich richten die Last zu beseitigen und wieder so etwas wie einen üppigen Garten Eden darauf gedeihen zu lassen..

6. Wenn du die Wahl hättest: Würdest du lieber nicht mehr sein oder noch eine Zeit lang weiterleben als ein Tier oder eine Pflanze? Wenn ja als welches oder welche? 

Gewitzte Tiere sind die Raben. Wenn man mal von der Mythologie absieht haben diese Vögel sehr ausgefallene Lösungen für zahlreiche Probleme parat. Das finde ich gut, damit könnte ich mich noch eine Zeitlang anfreunden.

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