Quinoa, das Pseudogetreide

Quinua

Schon seid 6000 Jahren wird Quinoa in Südamerika als Hauptnahrungsmittel angebaut und kommt langsam, ganz langsam auch nach Europa. In einigen Biosupermärkten kann man es kaufen, aber man muss schon davon wissen, um es zu finden. Vielleicht liegt das daran, dass Quinoa ein leichtes Identitätsproblem hat. Es hat verschiedenste Namen – von Inkareis, über Reisspinat, Andenhirse bis zu Quechua. Hinzu kommt, dass Quinoa ein Pseudogetreide ist. Man würde es nach seinem äußerlichen Erscheinungsbild niemals annehmen, aber es gehört zu der Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist näher mit Rote Bete und Spinat verwandt als mit Weizen und Co.

Getreide oder nicht – Quinoa hat einiges vorzuweisen. In den Höhen der Anden, wo nur wenige Pflanzen überhaupt überleben, trotzt die Quinoapflanze Wind und Wetter und versorgte Inkas und Azteken sowie ihre Nachkommen mit Kohlenhydraten viel Eiweiß und Mineralstoffen. Auch die spanischen Eroberer entdeckten schnell die Vorzüge von Quinoa. Sie stuften es als „unchristlich“ ein, verboten es – und schwächten damit erfolgreich die indigenen Völker.

Da heutzutage allen alles gegönnt wird, erklärte der UN-Generalsekrtär 2013 zum „Jahr der Quinoa“. Quinoa ist glutenfrei, benötigt nur wenig Wasser und soll den Welthunger in Zeiten klimabedingter Dürreperioden besiegen. In vielen Staaten, unter anderem Kenia, Indien, China und Marokko, wird mittlerweile versucht, das nahrhafte Korn zu kultivieren. Es gilt nicht nur als hervorragende Proteinalternative sondern hat auch medizinische Vorteile.

Die Fülle an Mineralstoffen schützt den Körper vor Schädlingen und Oxidationsprozessen beziehungsweise Alterung des Gewebes, kann vor Krebs schützen und bei Migräne hilfreich sein.

Zubereiten kann man Quinoa ähnlich wie Reis, indem es mit der doppelten Wassermenge aufgekocht wird. Kalt wie ein Reissalat zubereitet, passt der nussige Geschmack hervorragend zu Schafskäse, Avocado und getrockneten Früchten.

Hier, ein hervorragendes Quinoarezept.

Text: Sarah Golbaz, Bild: wikimedia

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