Domo Arigato, Mr. Roboto

Vor nicht allzu langer Zeit, verstand man unter einem „automatisierten“ Restaurant noch den Einsatz von Lebensmittelautomaten oder Fließbändern, wie zum Beispiel in den Filialen einschlägiger Sushi-Ketten. In Teilen Asiens wird dieser Begriff seit ein paar Jahren in ziemlich futuristische Dimensionen gedehnt. Dort kann man sich in vielen Restaurants von humanoiden Robotern bedienen, unterhalten und sogar bekochen lassen.

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Hauptgrund, die menschlichen Bedienungen durch mechanische zu ersetzen, sind die dadurch gesenkten Personalkosten. Ein Roboter muss nur einmal bezahlt werden. Danach leistet er unermüdlich seinen Dienst, ohne sich zu beschweren, krank zu werden oder einer Gewerkschaft beizutreten. Ganz zu schweigen vom kostenlos mitgelieferten Showeffekt.

Einige Restaurants ersetzen lediglich die Bedienung, andere gleich die gesamte Belegschaft. In einem Restaurant im chinesischen Kunshan wuseln die intelligenten Automaten zwischen den Esstischen und in der Küche herum. Drei bereiten das Essen zu, während vier weitere die bestellten Gerichte zu den Gästen liefern. Zur Orientierungshilfe dienen breite Linien auf dem Boden, die sie zum richtigen Tisch führen. Sie verfügen über Bewegungssensoren, um etwaige Unfälle mit umherlaufenden Gästen zu verhindern. In puncto Design wurde auf Niedlichkeit gesetzt. Die Augen in ihren runden, silbernen Köpfen blinken abwechselnd Herz- und Dollarzeichenförmig.

Weniger niedlich geht es im Restaurant FuA-Men (Fully Automated raMen) zu. Die Ramen-Suppen werden von zwei Robotern zubereitet, die aussehen wie zwei riesige hydraulische Greifarme. Ein bisschen erinnern sie an eine Auto-Fabrik. Wenn sie gerade nichts zu tun haben, belustigen sie die Gäste indem sie einen Messerkampf fingieren, bei dem sich einer der beiden mit einem Topfdeckel schützt.

Die wohl spektakulärste Robot-Hilfe besitzt jedoch das Hajime-Restaurant in Bangkok. Die Roboter sind traditionellen Samurai-Kämpfern nachempfunden, wurden allerdings auch mit einem niedlichen Paar Anime-Augen versehen. Bestellt wird über einen Touchscreen am Platz. Einige Minuten später kommt die Bedienung in Rüstung über eine Schiene angefahren. Sein benutztes Geschirr muss man bloß in die Abhol-Klappe stellen und der Roboter bringt es selbstständig wieder weg.

Sieht so also die Zukunft des gastronomischen Betriebs aus? Schwer vorstellbar. So präzise, effizient und unermüdlich Roboter auch ihre Dienste leisten, eines wird ihnen wohl immer fehlen: Ein Geschmackssinn. Die Liebe und die Kreativität, die ein Koch in jahrelanger Arbeit in sein Restaurant steckt, kann einem Roboter nicht einprogrammiert werden. Weder kann er eine Suppe abschmecken, noch einen Wein testen. Das essentielle Verständnis für die sinnlichen Eindrücke der Gäste kann keine Maschine der Welt ersetzen, denn dafür bedarf es eines Bewußtseins. Bis dahin begnüge ich mich mit einer tollpatschigen Bedienung aus Fleisch und Blut.

Image credits: Mari, Visual Shocks

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