Die wahren Kings des Hot Dog

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Hot Dogs – seit dieser Woche nicht nur ein Must beim Baseball oder bei Ikea, nein, die besten Hot Dogs gibt’s jetzt bei Burger King! So will es zumindest Alex Macedo, der US-Präsident des Burger King Imperiums: „We want this to be the Whopper of hot dogs and America’s favorite hot dog.“ Amen.

Burger King hat seine exquisite Speisekarte um den beliebten Snack der Amerikaner erweitert; rund 20 Milliarden Hot Dogs werden in den Staaten pro Jahr verdrückt. Somit keine so dumme Idee, Hot Dogs zu servieren. Besser essen scheint keine Option zu sein, schließlich ist McDonald’s mit seinem Bio Burger kläglich gescheitert (Nach nur vier Monaten wurde der Bio Burger in Deutschland eingestellt, der gute Wille war wohl nicht groß genug).

Doch der Hot Dog hat es gar nicht verdient, mit Burger King in Verbindung gebracht zu werden. Seine Geschichte ist so viel spannender als alles, was Snoop Dogg im als Mitarbeitervideo getarnten Werbeclip sagt.

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Der Vorläufer des Hot Dogs kam – Achtung! – aus Deutschland und nicht aus Dänemark: das Frankfurter Würstchen. 1847 erfunden vom Coburger Metzger Johann Georg Hehner, reiste das Würstchen nach Frankfurt, um mehr Prominenz und seinen Namen zu erhalten. Aufgrund seiner Form wurde der Frankfurter auch Dackelwurst oder Dachshundwurst genannt. Durch deutsche Auswanderer gelangte das Würstchen in die USA, wo leider niemand Dachshundwurst aussprechen konnte. So kam es zu dem griffigeren Namen Hot Dog. Und ob ihr wollt oder nicht: Tatsächlich stand in Deutschland bis ins 20. Jahrhundert Hundefleisch auf dem Menü. Tja, nicht nur in China essen sie Hunde.

Wer die Wurst im Brötchen erfunden hat, kann man nicht genau sagen, doch drei Namen sollten hierbei erwähnt werden.

1856 verließ Charles Feltman Hannover für Brooklyn, im Gepäck das Rezept zur besagten Wurst. 1867 eröffnete der Metzger auf Coney Island in Brooklyn seinen ersten Hot Dog Stand. Schon im ersten Jahr verkaufte er rund 4000 Dachshundwürste, der Pioneer wurde zum Besitzer zahlreicher Restaurants.

Feltman hatte einen Mitarbeiter namens Nathan Handwerker. Der Sohn eines polnisch-jüdischen Schuhmachers aus armen Verhältnissen wanderte 1912 in die USA ein, arbeitete erst als Lieferjunge, später bei Feltman, um die Brötchen der Hot Dogs zu schneiden. Da geht noch mehr, dachte sich Handwerker, und kratzte mit seiner Frau Ida alle Ersparnisse von 300 $ zusammen, um Feltman Konkurrenz zu machen. Sie eröffneten einen kleinen Hot Dog Stand auf Coney Island, würzten ihre Hot Dogs nach Idas Geheimrezept und verkauften sie für fünf Cent – um die Hälfte weniger als bei Feltman’s. Das war der Start für Nathan’s Famous, einer der größten Hot Dog Ketten in NYC und Veranstalter des alljährlichen Nathan’s Hot Dog Eating Contest.

Der dritte Entrepreneur war Anton Ludwig Feuchtwanger, ein bayrischer Migrant, der in St. Louis, Missouri lebte. Weil das Würstchen so heiß war, gab der Gute seinen Kunden Handschuhe mit, damit sie sich nicht die Finger verbrennen. Das ging mit der Zeit aber recht ins Geld, denn die Handschuhe bekam er oft nicht zurück. So kam seine Frau 1880 auf die geniale Idee, das Würstchen in ein Brötchen zu stecken; was für ein Glück, dass der Schwager auch noch Bäcker war. Die Feuchtwangers waren richtig ambitioniert und stellten ihre sogenannten Red Dogs 1893 sogar auf der Chicago World’s Fair vor, von dort sie die USA eroberten.

Diese drei Männer schafften es mit einer einfachen Wurst im Brötchen ihren American Dream zu verwirklichen. Sorry Burger King, aber damit kannst du einfach nicht mithalten. Wenn du jemals für etwas anderes als verantwortungslosen Fraß in die Geschichte der Menschheit eingehen willst, dann musst du dir schon mehr einfallen lassen als einen flachen Wortwitz mit Snoop Dogg.

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